Homöopathie ist individuell - Homöopathie - Praxis für klassische Homöopathie

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Homöopathie ist individuell

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Die Homöopathie betrachtet und behandelt jeden Patienten als ein Individuum. Es gibt keine therapeutischen "Kochrezepte", wie sie in anderen Medizinsystemen bekannt sind (dieses Medikament gegen Durchfall, dieses gegen Schmerzen, das gegen Schlaflosigkeit, dies gegen Erkältung usw.). Wenn jemand fragt: "Haben Sie für mich ein Mittel gegen Durchfall?", ist die korrekte Antwort des Homöopathen: "Nein, aber ich habe ein Mittel für Sie, die Durchfall haben und das Mittel wird Ihnen helfen, wieder gesund zu werden." Der Kranke muß sein Befinden, seine Symptome beschreiben, es muß sich herauskristallisieren, wodurch "sein" Durchfall sich charakterisiert, was ihn von einem anderen Patienten mit Durchfall unterscheidet. Vielleicht hat er viel Durst und fühlt sich besser nach dem Stuhlen, ein anderer Patient hat hingegen keinen Durst und kollabiert nach dem Stuhlgang. Das sind Symptome, die nichts mit der Krankheitsdiagnose direkt zu tun haben, aber die den Patienten individualisieren. Für die Mittelverschreibung spielt die Diagnose - ob Amöben, Salmonellen oder Lamblien im Stuhl gefunden wurden - keine direkte Rolle. Wir brauchen die Diagnose zwar, um zu der Diagnose gehörende, normale Symptome zu erkennen und entsprechend nicht zu werten. Die medizinische Diagnose dient dazu, Gefahren zu erkennen, eine Prognose zu erstellen und unsere Grenzen zu kennen. Sie hilft auch zu entscheiden, ob wir den Patienten palliativ behandeln müssen (d.h. eine Heilung ist unmöglich, und wir streben eine Linderung der Svmptome an) und hilft uns, die richtige Potenzwahl zu treffen.

Je seltsamer und komischer ein Symptom ist, desto wertvoller ist es für den Homöopathen. Das Symptom "trockener Mund mit viel Durst" hat wenig Wert, verglichen mit "extrem trockenes Gefühl im Mund aber kein Durst". "Asthma, besser beim Aufsitzen und durch frische Luft" ist ein banales Symptom, interessant wird es bei "Asthma, kann besser atmen, wenn er auf dem Bauch liegt". Die eigentümlichen, individuellen Symptome des Patienten müssen aufgenommen werden und deshalb stellen Homöopathen oft so komische Fragen.
Nicht nur die körperlichen Merkmale sind individuell verschieden, sondern auch die geistige Anlage und die Reaktionen jedes Menschen. Jeder von uns hat eigene Wünsche und Abneigungen. Wie unser Name dazu dient, uns zu identifizieren, so kennzeichnen uns auch unser Wesen und unser Verhalten.

Die Aufgabe eines Homöopathen ist viel schwieriger, als nur das Erstellen einer Krankheitsdiagnose. Bei Jedem Patienten muß er die Eigentümlichkeiten des Charakters, der Krankheitsursache und der Symptome finden. In der homöopathischen Art der Fallaufnahme ist dies notwendig, denn es geht darum, jedem einzelnen Patienten mit dem Mittel, das seiner Situation am meisten entspricht, Erleichterung oder Heilung zu verschaffen. Die Befriedigung, einen Patienten mit einem bestimmten Mittel geheilt zu haben, bedeutet für einen homöopathischen Arzt nicht unbedingt auch Erfolg in einem ähnlichen Fall. Wenn doch die Anfälligkeit sowie die Reaktionen auf eine Krankheit sich von Fall zu Fall unterscheiden, so erscheint es sinnlos, alle Patienten, die an derselben Krankheit leiden, mit dem gleichen Mittel zu behandeln.

Die Individualisation ist nicht nur maßgebend für die Wahl des Heilmittels sondern auch für die Wahl der Potenz. Z.B. sollte man bei überempfindlichen Patienten, die auf leichteste Temperaturschwankungen, Mondphasen wie auch auf die täglichen Lebensprobleme übermäßig reagieren, die Anwendung sehr hoher Potenzen vermeiden.

Modalitäten, das heißt die Bedingungen, unter welchen Symptome sich verstärken oder gelindert werden, sind bei jeder Krankheit sehr wichtig, vor allem in Akutfällen. Sie charakterisieren das Individuum in seinem Leiden.
Homöopathen müssen hart arbeiten, bevor sie in der Lage sind, ein Mittel auszuwählen. Auf diesem Weg gibt es keine Abkürzung oder Erleichterung, wie von gewissen Firmen propagierten Mischungen von verschiedenen Mitteln für dieselbe Diagnose. Es verlangt ein ständiges Studium der verschiedenen Menschentypen und ein intensives Studium der Materia Medica.


 
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